Fundbüro-Meldung Nr. 2026/047 – Digitaler Straßenfund
Sehr geehrte Damen und Herren, werte Passantinnen und Passanten der digitalen Wutbürgersteige,
im Rahmen der routinemäßigen Reinigungs- und Archivierungsarbeiten unserer virtuellen Kehrwoche (Abteilung „Toxische Timeline-Fragmente“) wurde gestern Abend gegen 23:47 Uhr Ortszeit (MEZ) ein handgetippter Zettel aufgefunden.
Darauf, mühsam zu entziffern, Fragmente wie:
"die üblichen zwielichtigen Machenschaften und Hintenrum-Märchenerzählungen"
Material des Fundstücks: Screenshot, leicht pixelig, mit typischen Altersspuren digitaler Verwahrlosung (JPEG-Artefakte, veraltete Emoji-Reste).
Verfasser/-in (laut Selbstzuschreibung): Mutmaßlich gegen Hass und Hetze positioniert, jedoch mit Verve und sichtlichem Vergnügen Kosenamen verteilend.
Der Zettel befindet sich derzeit in sicherer Verwahrung im digitalen Fundbüro MundWerk & Töchter&Söhne, Abt. „Verlorene Perlen der Fraternisierung“.
Er wird als potentielle Kulturerbschaft der Gattung Online-Injurien aus der Sammlung "Die Welle nach der Welle" eingestuft.
sowie Zuschreibungen wie das
„Intellektuelle-für-(Geistig)Arme“-Master-Mind“
und irgendwas von einem verfolgten “Künstler".
Fundort: Irgendwo zwischen den Untiefen von Facebook, wahrscheinlich in der Nähe eines Replies, das niemand mehr sehen wollte.
Um den/die Verfasser/-in leichter aufzufinden, lassen wir gerade eine Expertise anfertigen.Material des Fundstücks: Screenshot, leicht pixelig, mit typischen Altersspuren digitaler Verwahrlosung (JPEG-Artefakte, veraltete Emoji-Reste).
Verfasser/-in (laut Selbstzuschreibung): Mutmaßlich gegen Hass und Hetze positioniert, jedoch mit Verve und sichtlichem Vergnügen Kosenamen verteilend.
Der Zettel befindet sich derzeit in sicherer Verwahrung im digitalen Fundbüro MundWerk & Töchter&Söhne, Abt. „Verlorene Perlen der Fraternisierung“.
Er wird als potentielle Kulturerbschaft der Gattung Online-Injurien aus der Sammlung "Die Welle nach der Welle" eingestuft.
Mögliche zurückliegende Gefährdung: Wie seinerzeit die berühmte Fettecke von Joseph Beuys bei den Reinigungsarbeiten der documenta-Halle („War das Kunst oder konnte das weg?“) könnte auch dieses filigrane Zeitdokument unbeabsichtigt der großen digitalen Putzkolonne zum Opfer gefallen sein.
Aufruf an den/die Eigentümer/-in: Falls (also: FALLS!) Sie diese Notiz vermissen (was wir bei der emotionalen Investition, die in der Formulierung steckt, stark vermuten), melden Sie sich bitte unter Vorlage eines gültigen Identitätsnachweises (z. B. Screenshot der eigenen Timeline mit mindestens drei aufeinanderfolgenden Emojis) im Fundbüro.
Wir händigen den Fund dann gerne aus, selbstverständlich gegen eine geringe Verwaltungsgebühr in Höhe 1/2 Pfund Heumilchbutter sowie einer eidesstattlichen Versicherung, dass Sie den Text "niemals wieder in dieser Form verwenden werden, es sei denn ironisch gegen sich selbst“.
Heute, am 6. Februar, 18 Uhr, veröffentlichen wir die erwähnte Expertise unter der Überschrift "Ist das Kunst oder kann das weg?"
Diese sollte das Auffinden des/der Verlierer/-in dieses wertvollen Fundexponats erleichtern.
Sollte sich bis zum 6. Februar 2026, 18 Uhr, niemand melden, wird das Exponat feierlich dem Museum für digitale Verlegenheit übergeben, wo es neben "Die Welle nach der Welle" und "Experten 2.0“ einen Ehrenplatz erhält.
Mit bürokratisch-freundlichen Grüßen
Ihr Fundbüro MundWerk
(Leitung: Der immer etwas zu neugierige Algorithmus)
Ihr Fundbüro MundWerk
(Leitung: Der immer etwas zu neugierige Algorithmus)



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